Die Waldreiterscheune

  Die Waldreiterscheune
  Ein Beitrag von Heiz Waldschläger ...


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Über die Waldreiterscheune habe ich keinerlei Unterlagen gefunden. Lediglich der Chronist Paul Rolle hat über dieses Bauwerk berichtet. Da er mit dem Oberförster Leopoldt junior befreundet war, mag er von diesem Einzelheiten erfahren und Unterlagen eingesehen haben. Mangels anderer Erkenntnisse lasse ich seine detaillierten Ausführungen folgen:

"Im Mai 1792 hat der Volksdorfer Waldreiter Meybohm (sen.) um die Erbauung einer Scheune gebeten, welche ihm bewilligt wurde. Gebraucht wurden hierzu 40 Bäume aus dem Walde, viertausend Steine vom Ziegelmeister in Farmsen á 10 Mark 8 Schilling, dazu 2 Mark Fuhrlohn für die Fuhre, und an Lohn für den Maurermeister, den Giebel und die Seiten in Kalk zu mauern, 42 Mark, und für den Dachdecker 50 Mark. Der Zimmermeister ist dabei nicht benannt."

Der Bau der Waldreiterscheune hängt offenbar mit einigen bereits eingetretenen und weiteren noch beabsichtigten Veränderungen zusammen, die eine größere Lagerfläche für forst- und landwirtschaftliche Gerätschaften und Erzeugnisse bedingten.

 

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In den siebziger Jahren hatte man den ungeheuren Schaden erkannt, den die Schweine während der herbstlichen Eichelmast in den Wäldern verursachen und war dazu übergegangen, umzäunte Holzkoppeln, die auch Zuschläge genannt wurden, einzurichten, und zum anderen hatte Meybohm, wie bereits angedeutet, einiges Dienstland zur Eigennutzung überlassen bekommen.

Der wichtigste Gesichtspunkt dürfte aber die Tatsache gewesen sein, dass die Stadt schon damals ernsthaft erwogen hatte, in den Walddörfern die Verkoppelung durchzuführen und den Landbesitz der Waldreiter zu vermehren. Ausweislich des Verkoppelungsregisters 1799 hat Meybohm Acker- und Heideflächen in den Größen eines landwirtschaftlichen Nebenbetriebes erhalten, nämlich 26 Scheffel Einsaat oder 13 Quadratruten, und ist somit dem Schulmeister und den fünf Volksdorfer Anbauern gleichgestellt worden.

Die Waldreiterscheune hat links der Grundstücksauffahrt nahe am und parallel zur Farmsener Landstraße gestanden. Nach Auskunft alteingesessener Volksdorfer soll dieselbe kleiner und somit gedrungener als die auf den bäuerlichen Gehöften gewesen sein. Das ist übrigens auch deutlich auf der Verkoppelungskarte, in die das Forsthaus 1842 eingezeichnet ist, zu erkennen.

Wie man auf dem Foto oben sehen kann, befand sich linksseitig eine "Messdoor"; ein Beweis dafür, dass es dort Ställe für das Großvieh gegeben hat.

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Erwähnenswert ist, dass das Mauerwerk unterhalb der beiden Dielenfenster mit einem aus der Vorzeit überlieferten Donnerbesen und mit einer Windmühle verziert gewesen ist. Dieser Mauerschmuck, der den Schutz vor einer Feuerbrunst und gute Ernten symbolisiert, ziert auch das Spiekerhus in unserem Museumsdorf Volksdorf.

Leider ist diese schmucke Scheune im Sommer 1943 von britischen Brandplättchen getroffen worden und abgebrannt.

Heinz Waldschläger

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