Die Kleinbahn in Volksdorf

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Die Trasse der ehemaligen Kleinbahn Altrahlstedt-Volksdorf-Wohldorf (1904-1961) ist an vielen Stellen in der Landschaft zu erkennen. Doch was hatte es mit der Kleinbahn in den Walddörfern auf sich? Hier ein Überblick über die kurze Zeit einer eisenbahngeschichtlichen Besonderheit.

Die hamburgischen Walddörfer wurden von der letzten Eiszeit geprägt. Darum ist die Landschaft wellig, mal sandig, mal lehmig, mal sumpfig und Quellgebiet vieler Bäche. Hamburg hatte sich im ausgehenden Mittelalter über die Jahrhunderte langsam aus dem sächsischen Gau Stormarn gelöst und war zum Stadtstaat geworden. Es bemühte sich immer, auch umliegendes Land in seine Hand zu bekommen. Das war wichtig für Baumaterialien wie Holz und Lehm für Ziegel. In den unruhigen Zeiten der Hanse war es ebenso wichtig, die Hoheit über die Wege zur Schwesterstadt Lübeck auszuüben.
Bereits im 15. Jahrhundert konnte sich Hamburg die Dörfer Farmsen, Volksdorf, Ohlstedt, Wohldorf und Großhansdorf als Exklaven im benachbarten Stormarn aneignen.

fahrkarteEnde des 19. Jahrhunderts hatte das Kaiserreich für Frieden und Wohlstand gesorgt. So wurden die Walddörfer für die Städter zu einem Ausflugs- und Erholungsziel. Und wer es sich als Hamburger leisten konnte, zog sogar hierher raus ins Grüne. Man wanderte und genoss die Natur. Wer keine eigene Pferdedroschke besaß, wurde von den Landgasthäusern am Bahnhof Altrahlstedt der „Lübeck-Büchener-Eisenbahn“ abgeholt, die bereits 1865 Hamburg direkt mit Lübeck verband. Seitdem war der Umweg von Hamburg über Büchen nicht mehr erforderlich.

Um die Jahrhundertwende gab es bereits Automobile. Doch die Straßen waren schwer passierbare Bauernwege, nur für Pferd und Wagen geeignet. Die Exklaven waren immer noch richtige Dörfer. Hamburg hatte auch damals schon Interesse daran, Bürger die gern aus der Stadt nach „draußen“ umziehen wollten als Steuerzahler weiterhin auf Hamburger Grund und Boden zu halten. Dazu mussten die Exklaven erschlossen werden.

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Was also lag näher für eine bessere Erschließung der Walddörfer als eine witterungsunabhängige Bahnverbindung. Die wirtschaftlichste Möglichkeit war die Anbindung an die „Lübeck-Büchener-Eisenbahn“. 1903 erhielt die „Gebrüder Körting AG“ aus Hannover die Konzession zum Bau einer Kleinbahn von Altrahlstedt nach Volksdorf. Kleinbahn bedeutet nicht etwa Schmalspur, sondern eine kurze Streckenführung, hier 6,1 km von Altrahlstedt bis Volksdorf. Warum bewarb sich die „Gebrüder Körting AG“ aus Hannover um den Betrieb? Sie belieferte bereits Rahlstedt mit Strom.

Bereits am 1.Oktober 1904 wurde die Strecke eröffnet. Die Fahrt ging anfangs direkt am Fernbahnhof los, bald jedoch 100m entfernt am Gasthof „Stoffers“ in der Parallelstraße, heute Doberaner Weg. Weiter ging es auf der Fahrbahn der Oldenfelder Straße und der Meiendorfer Straße (bis vor Kurzem noch B75 jetzt in L82 umgewidmet). Die Fahrt ging weiter durch den Volksdorfer (im Volksmund Meiendorfer) Wald, bei der Oberförsterei vorbei (mit Bau der sog. Walddörferbahn (U1) um 1912 dann unter ihr hindurch), auf der westlichen Seite der Farmsener Landstraße, dann über den Damm am Flethmannsteich in den Kleinbahnhof am heutigen Volksdorfer Wochenmarkt (s.Foto).

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1907 ging die Verlängerungsstrecke nach Wohldorf in Betrieb. Sie kreuzte die Straße Kattjahren, um dann in einer Linkskurve die Höhe hinauf in den Katthorstpark zu nehmen. Hier sehen wir hinter dem Zuweg zum Holzbau des Franck'schen Kontors linker Hand (westlich) einen Teil der alten Trasse als flachen Einschnitt im Wildwuchs. Die Fahrt ging auf dem westlichen Fußweg im Park weiter, kreuzte den damaligen Bergstedter Weg (heute östlicher Fußweg im Park in geradliniger Fortsetzung des Volksdorfer Damms) um dann nochmals in leichter Steigung östlich des heutigen Wohnblocks Buckhorn 1 oberhalb des heutigen Einschnitts der U-Bahn (U1) weiter Richtung Ohlstedt-Wohldorf zu führen. Erst mit dem Bau der sog. Walddörferbahn (im gesonderten Besitz des Hamburger Staats, aber von der Hamburger Hochbahn AG (HHA) betrieben und erst 1934 von der HHA übernommen, gab es dennoch bis 1950 getrennte Tarife) kam der tiefe Einschnitt 1912, der mit der Buckhornbrücke überspannt werden musste. Dazu musste der gesamte Kreuzungsbereich von der Halenreie bis zur Gussau angepasst und ebenso die Trasse der Kleinbahn verlegt werden. Der Bergstedter Weg (heute Volksdorfer Damm) ging nun über in die Straße Halenreie, statt weiterhin bis zur heutigen Freiwilligen Feuerwehr und weiter bis zur Räucherkate und ins Dorf (Dreieck Im Alten Dorfe/Wiesenhöfen) zu führen.

Die alte Geländehöhe ist östlich unterhalb der Böschung der Buckhornbrücke als Stufe vor dem unten liegenden Haus Vörn Barkholt 51 (erbaut 1910 vor Beginn der Arbeiten für die U-Bahn) zu erkennen.
Abermals wurde die Kreuzung Volksdorfer Damm/Buckhorn/Halenreie 1966 verändert und dabei weiter nach Westen verlegt. Der Parkplatz ist Teil der alten Halenreihe, die Baumreihe mit Fußweg zeigt die zwischenzeitliche Straßenführung.

Erst am Ende der langen Steigung des heutigen Wanderwegs neben der U-Bahn erreichte die neue Trasse wieder die ehemalige, obenliegende Trasse. Dort verschwenkt auch heute noch der Wanderweg. Kurz danach kommt der Kleinbahnhaltepunkt „Volksdorfer Feldmark“ mit einer

(Dietrich Raeck)

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