125 Jahre Bernstiel

  Ein Beitrag von Holger Weiss ...

 

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Es ist heutzutage schon eine beträchtliche Leistung, ein Geschäft mehr als ein Jahrhundert erfolgreich zu führen. Drei Generationen lang blieb Augenoptik Bernstiel ein Familienbetrieb, bis Ursula Schierhorn, die Enkelin des Gründers, aus gesundheitlichen Gründen das Augenoptik Fachgeschäft 1996 an ihre langjährigen Mitarbeiter/innen Andrea Fricke, Karina Rudolf und Holger Weiss übertrug.

1888 – Gustav Bernstiel
Gustav Bernstiel gründete am 28. Oktober 1888 in der Lübecker Straße die Firma Bernstiel.
Er war in der Elektrotechnik und Feinmechanik erfahren. Die noch junge Augenoptik wurde zu damaliger Zeit noch nicht eigenständig betrieben, sondern war ein Zweig der Feinmechanik. Neben vielen technischen Geräten wurden auch wie heute noch Wetterinstrumente, Lupen und Ferngläser verkauft. In seinem Betrieb bildete er auch seinen Sohn Otto aus.

131015-bernstiel-021932 – Otto Bernstiel
1932 übernahm Otto Bernstiel das Geschäft nachdem er seine Meisterprüfungen in der Elektrotechnik sowie der Augenoptik abgelegt hatte. Seit 1936 bestand in Deutschland die Meisterpflicht und man musste sich in die Handwerksrolle eintragen lassen.
Im Kriegsjahr 1943 wurde das Geschäft in der Lübecker Straße bei der Bombardierung Hamburgs komplett zerstört.

1943 – Otto Bernstiel in Volksdorf
Seit 70 Jahren in Volksdorf
1943 eröffnete Otto Bernstiel sein Geschäft in Volksdorf zunächst in der Straße „Im alten Dorfe". Somit ist Augenoptik Bernstiel das erste und älteste Augenoptikgeschäft in Volksdorf. Schnell wurde Otto Bernstiel ein Volksdorfer mit Herz und Seele. In seinem Betrieb blieb er den Werten seines Vaters Gustav treu. Er hatte bei technischen Entwicklungen stets die Nase vorn und behielt auch die Geschäftszweige Elektrotechnik und Feinmechanik bei. Wie zum Beispiel mit dem Handel, der Reparatur und Wartung von Kompassen und Wetterinstrumenten. Es gibt sie noch heute bei Bernstiel. Aber auch die Modelleisenbahnen der Marke Märklin wurden verkauft und repariert, wie sich ältere Volksdorfer noch erinnern können. Später zog man dann in die „Claus-Ferck-Straße 10", einige Jahre darauf nochmal zwei Geschäfte weiter in die „Claus-Ferck-Straße 12", dem heutigem Standort.

 

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131015-bernstiel-031977 – Ursula Schierhorn
1977 übernahm seine Tochter Ursula Schierhorn (die Enkelin des Firmengründers) das Geschäft in der dritten Generation. Sie war inzwischen auch Augenoptikermeisterin. Frau Schierhorn hat mit ihrer Offenheit für alles Neue das Familienunternehmen geprägt und ihm einen Großteil seiner Ausstrahlung verliehen. Guter Kundenkontakt war ihr sehr wichtig. Mehr als 20 Jahre führte sie erfolgreich den Familienbetrieb und war in Volksdorf sehr bekannt und beliebt. Zeitweise arbeitete sie zusammen mit ihrer Tochter Ute, die ebenfalls Augenoptikermeisterin ist. Leider verließ Ute Schierhorn 1989 Deutschland und zog nach Übersee. Heute lebt sie in West-Australien und hat nichts mehr mit der Augenoptik zu tun.

Ab 1996 – Augenoptik Bernstiel
Im Sommer 1996, kurz vor ihrem Tod, übertrug Ursula Schierhorn in ihrer entschlossenen Art die Verantwortung auf ihre langjährigen Mitarbeiter Andrea Fricke, Karina Rudolf und Holger Weiss. Sie führen seitdem das Augenoptikfachgeschäft gemeinsam in seinem ursprünglichen Sinn weiter.

131015-bernstiel-04Seit 1980 ist Karina Rudolf bei Augenoptik Bernstiel. Sie ist seit vielen Jahren den Kunden in Volksdorf bekannt und vertraut. Ihre Ausbildung zur Augenoptikerin hat sie in Ahrensburg abgeschlossen.

Holger Weiss ist seit 1988 in der Firma. Er hat seine Lehre in Bergedorf absolviert. 1990 war er für zwei Jahre auf der Meisterschule. Er ist im Vorstand der Hamburger Augenoptiker Innung. Für diese und die Handwerkskammer ist er in verschiedenen Prüfungsausschüssen tätig. Holger Weiss ist besonders auf beidäugige Brillenglasbestimmung spezialisiert und sorgt für den guten Durchblick.

Andrea Fricke kam 1990 zu Augenoptik Bernstiel. Ihre Ausbildungszeit hat sie in Blankenese verbracht. Angefangen hat sie allerdings bereits als fünfjährige in der Werkstatt ihres Vaters, der ein Optikgeschäft in Hamburg hatte.


Freude am Sehen
Für eine neue Brille wird in der Regel eine Augenglasbestimmung im eigenen Refraktionsraum durchgeführt. Sei es nun eine Lese- oder eine Nahbrille, eine Gleitsichtbrille oder eine nackenschonende Bildschirmarbeitsplatzbrille. Es gibt ein großes Sortiment von Kunststoff-, Metall- und randlosen Brillen. Für jeden kann die passende Brillenfassung gefunden werden. In der eigenen Werkstatt werden dann die Gläser jeder Brille eingeschliffen.
Die Kombination aus Tradition und neuester technischer Standards macht das Unternehmen seit 125 Jahren so erfolgreich.

In der Augenoptik gibt es immer etwas Neues. Daher besucht das Bernstiel-Team mehrmals im Jahr Kongresse und Seminare. Augenoptik Bernstiel war vor wenigen Jahren das erste Hamburger Augenoptikgeschäft, das ein Video-Infral II Gerät erworben hat. Dieses Zentriersystem für die Brillenglasanpassung von Carl Zeiss, misst ganz präzise den Sitz der Brillengläser in der Fassung vor dem Auge, einfach und schnell. Das führt zu einer verbesserten Spontanverträglichkeit besonders bei Gleitsichtbrillen.

Siku Autos
In den 60er Jahren musste man die Märklin-Lizenz schweren Herzens abgeben. – zugunsten eines großen Spielzeuggeschäfts. Als dieses aber 30 Jahre später seine Pforten schloss, war der Ehrgeiz des Bernstiel-Teams geweckt. Es wurden Spielzeugautos der Qualitätsmarke Siku ins Sortiment aufgenommen. Auch wenn es heute wieder Spielzeuggeschäfte in Volksdorf gibt – Kinder und Eltern wissen, dass sie Siku Autos in großer Auswahl bei Bernstiel bekommen.
In der Adventszeit pflegen die drei Inhaber liebevoll die Tradition ihrer Vorgänger. Im Schaufenster dreht immer noch eine Eisenbahn ihre Runden.

 

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Bernstiel für Volksdorf
Aber auch außerhalb des Geschäfts engagiert sich das Bernstiel-Team durch aktive Vereinsmitgliedschaften für Volksdorf. Im Museumsdorf Volksdorf zur Johannishöge oder zum Weihnachtsmarkt ist das Team mit traditionell gebrannten Mandeln und roten Liebesäpfeln vertreten. In der Interessengemeinschaft Volksdorf ist man z.B. beim Stadtteilfest mit einem eigenen Stand präsent.

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