Das Museumsdorf Volksdorf

  Das 50-jährige Jubiläum ...

 

Im Jahre 2013 feierte der Betreiberverein des Museumsdorfes "De Spieker" sein 50-jähriges Jubiläum.

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Gemeinnützigkeit und Ehrenamt im Vordergrund

"Der gemeinnützige Verein „DE SPIEKER, Gesellschaft für Heimatpflege und Heimatforschung in den Hamburgischen Walddörfern e.V." wurde 1962 unter anderem mit dem Ziel gegründet, die Trägerschaft für das geplante Heimatmuseum Volksdorf zu übernehmen, dieses auszubauen und weiterzuentwickeln.", so steht es auf der Internetseite des Vereins zu lesen.

Und in § 2 der Satzung heißt es heute:

Zweck des Vereins ist es, der Bevölkerung die landschaftliche, geschichtliche und volkskundliche Eigenart der Heimat bewusst zu machen und Gegenwartsaufgaben damit in Einklang zu bringen. Diesem Zweck dient insbesondere, dass der Verein

a.) das Museumsdorf Volksdorf als lebendiges Museum betreibt,

b.) die Stiftung Museumsdorf Volksdorf bei Erhalt, Pflege und Ausbau des Museumsdorfes unterstützt,

c.) Interessenten die Benutzung seiner Bücherei und seines Archivs ermöglicht,

d.) die Arbeit aktiver Heimatforscher unterstützt,

e.) mit staatlichen und privaten Stellen des Natur-, Landschafts- und Denkmalschutzes im Rahmen des Vereinszweckes zusammenarbeitet,

f.) die plattdeutsche Sprache unterstützt.

Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke" der Abgabenordnung. Der Verein ist selbstlos tätig; er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke.

Soweit der durch die Satzung festgelegt Zweck, aus dem sich vielfältige Aufgaben für den Verein ergeben.

Bei der Umsetzung dieser Aufgaben helfen dem Verein nicht nur die rund 2.000 Mitglieder, die mittels Ihrer jährlichen Beiträge einen Teil zum Unterhalt des Geländes und der Häuser beitragen, sondern auch die weit über 100 ehrenamtlichen Helfer, von denen einige fast täglich auf dem wunderschönen Gelände des Museumsdorfes in Volksdorf anzutreffen sind.

Da sind die vielen Tiere mit Futter und Wasser zu versorgen, die beiden Pferde im Museumsdorf müssen bewegt und ihre Boxen gesäubert werden. Aber auch sonst fallen auf dem Gelände sehr viele Arbeiten zur Pflege und Erhaltung an. Dienstag und Sonnabend sind die "Hauptarbeitstage" im Dorf.

 
 

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Einige der vielen ehrenamtlichen Helfer: Nur durch ihre Hilfe kann der Spieker seine vielfältigen Aufgaben erfüllten




Da werden Reparaturen durchgeführt, die Einrichtungsgegenstände in den großen Häusern gereinigt und die Gärten gepflegt.


Aber daneben gibt es noch viele andere Aufgaben: Museumspädagogen zeigen Schulkindern, wie beschwerlich das Leben vor 100 Jahren war. In "Emmis Krämerladen" muss am Dienstag, Donnerstag und Sonnabend von 14 - 17 Uhr jemand hinter dem Tresen stehen und außerdem ist noch für Kaffee und Kuchen zu sorgen. Die Geschäftsstelle hat Dienstag und Donnerstag von 10 - 12 Uhr geöffnet. Das Archiv und die Bibliothek werden gepflegt und die Vermietung des Wagnerhofes organisiert.


Insbesondere aber bei den großen Veranstaltungen sind die unermüdlichen Helfer in Aktion. Bei den mehrmals im Laufe des Jahres stattfindenden Fest- und Thementagen, bei den Bauernmärkten, dem Tanz um den Maibaum und anderen Veranstaltungen helfen bis zu 100 Ehrenamtler bei der Vor- und Nachbereitung, aber vor allen Dingen natürlich am Veranstaltungstag. Viele von ihnen sind für das Publikum sichtbar, aber viele wirken auch hinter den Kulissen, zum Beispiel bei der Vorbereitung der Speisen, beim Heranschaffen vom Nachschub, bei der Säuberung der Geschirre, Bestecke, Gläser, Tassen...



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50 Jahre Vereinsgeschichte

„DE SPIEKER – Gesellschaft für Heimatpflege und Heimatforschung in den hamburgischen Walddörfern e. V." wurde am 18. Dezember 1962 gegründet.

Vorausgegangen waren Überlegungen, auf dem heutigen Gelände des Museumsdorfes eine breite Durchgangsstraße zu bauen. Otto Warnke, der damalige Ortsamtsleiter setzte sich intensiv dafür ein, dass dieser Plan nicht umgesetzt wurde und die auf dem Gelände noch erhaltenen drei Bauernhäuser, das Spiekerhus, der Harderhof und der Dorfkrug, erhalten blieben.

warnkeEr ist es auch, der zusammen mit Friedrich Beyle, dem langjährigen Leiter der Meisterschule für Malerei in Hamburg, als Motor für die Gründung des Vereins und den Aufbau des Museumsdorfes zu betrachten ist.

Das Gelände und die seit 1954 unter Denkmalschutz stehenden Häuser, waren staatlicher Besitz.

1. Vorsitzender des Vereins war in den ersten vier Jahren nach der Gründung der Landgerichtsdirektor Dr. Ferdinand Blötz. 2. Vorsitzender Friedrich Beyle, der den Aufbau des Museumsdorfes zu seiner Lebensaufgabe gemacht hatte.

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Mit Friedrich Beyle zusammen bauten einige ehrenamtliche Helfer, die zusammen den "Harten Kern" bildeten, das Museumsdorf nach und nach auf.

Im Laufe der der Jahre wurden nicht nur die drei schon vorhandenen Häuser instandgesetzt, sondern es kamen weitere Gebäude dazu.

Zunächst kam 1967 die Grützmühle, eine Rekonstruktion der Hummelsbüttler Mühle, die im Jahre 1962 dort abgerissen wurde. Das heute vorhandene Mahlwerk stammt noch vom Original.

Ein herber Rückschlag für den Aufbau des Museumsdorfes war das Feuer im Harderhof, durch das dieses Gebäude im Jahres 1967 weitestgehend zerstört wurde. Der Wiederaufbau zog sich bis zum Februar 1969 hin.

Im selben Jahr wurde in Schnakenbek die Durchfahrtscheune erworben und wieder aufgebaut. Ende 1973 konnte sie eingeweiht werden.

Der Aufbau der aus Duvenstedt stammenden Schmiede wurde 1976 abgeschlossen. Im hinteren Teil der Schmiede war lange Jahre die Geschäftsstelle untergebracht, die sich heute im Spiekerhus befindet. Im 1. Stock waren Bibliothek und Archiv beheimatet, heute sind sie ebenfalls im Spiekerhus untergebracht. In die Schmiede ist hingegen nach dem Abschluss der Renovierung des Wohnteils im vergangenen Jahr "Emmis Krämerladen" eingezogen. Im ersten Stock wird es demnächst "Omas Unterzeug" im Weißwäschezimmer zu bewundern geben.

Neun Jahre lang, bis 1989, dauerte dann der Aufbau des Durchfahrthauses, heute als Wagnerhof bezeichnet nach dem Original, nach dessen Plänen das Gebäude gebaut wurde.

Anfang der 90er Jahre brannte dann noch der Dorfkrug. Nach einem Jahr konnte der Restaurantbetrieb aber wieder aufgenommen werden.


Nach einer längeren "Ruhephase" brachen für den Spieker 2003 wieder recht unruhige und aufregende (aufreibende) Jahre an.

 

Die weitere Existenz des Vereins und damit das Weiterbestehen des Museumsdorfes wurden im Jahre 2003 jäh infrage gestellt, als die Stadt Hamburg die bisher regelmäßig gewährte finanzielle Förderung strich. Aber damit noch nicht genug. Gleichzeitig wurden Mittel in erheblicher Höhe zurückgefordert.

Nur mit Mühe wurde diese Situation überwunden und die finanzielle Lage saniert, durch den Einsatz vieler, zum Beispiel bei der Ausrichtung der großen Veranstaltungen, deren Erträge von nun an zur Erhaltung des Vereins dringend erforderlich waren. Aber auch die Mitgliederwerbung wurde erheblich intensiviert, was in kurzer Zeit zu einer Verdoppelung der Mitgliederzahl führte.

Dann allerdings kam der nächste Schock. Es wurde festgestellt, dass es am Spiekerhus, gravierende Gebäudeschäden gab. Diese wurden durch die (rückwirkend betrachtet) nicht fachgerechte Sanierung des Gebäudes in den 60er Jahren verursacht. So wurden zum Beispiel im Kammerfach, dem Wohnteil des Hauses, die tragenden Deckenbalken entfernt. Die Statik wurde dadurch nachhaltig so stark geschädigt, dass 45 Jahre später eine umfassende Entkernung, Sanierung und Renovierung unumgänglich war.

Da dieses Haus aber nicht dem Verein, sondern der Stadt gehörte, und die Nutzung des Geländes durch den Verein, wie sich zu dem Zeitpunkt herausstellte, aufgrund der damals gegebenen Vertragssituation jederzeit kündbar war, konnte der Verein die erforderliche Sanierung nicht vornehmen.

Nach umfangreichen Überlegungen und zähen, langen Verhandlungen wurde dann am 28. März 2007 die "Stiftung Museumsdorf Volksdorf" gegründet. In ihr sind das Grundstück mit den der Stadt gehörenden Häusern auf Erbpacht und die Häuser, die Eigentum des Vereins waren, als Stiftungsvermögen zusammengefasst worden.

Bei der nun folgenden Planung stellte sich heraus, dass der Verein nicht auf die Nutzung des Spiekerhus verzichten konnte. Dieses Haus, das bis dato auch als Veranstaltungsgebäude genutzt wurde und somit durch die damit erzielten Einnahmen einen wesentlichen Posten beim Erhalt des Museumsdorfes ausmachte, konnte nicht einfach für ein oder zwei Jahre geschlossen werden. Daher entstand die Idee, den Veranstaltungsbetrieb in den bisher als Ausstellungsraum genutzten Wagnerhof (damals noch Durchfahrthaus genannt) zu verlegen, und zwar dauerhaft. Danach konnte das Spiekerhus, das wie man schon ahnte, das älteste noch existierende Volksdorfer Haus ist, in seinen Urzustand zurückversetzt werden.

Diese Idee erforderte aber, dass zunächst der Wagnerhof, bei dem es sich ja um einen "Nachbau" handelt, zu einem Veranstaltungsgebäude umgebaut wurde. Dies wiederum zog nach sich, dass die dort ausgestellten Gegenstände für die Bauzeit irgendwo untergebracht werden mussten. Dieses wiederum setzte den vorherigen Bau der heutigen Winkel-Remise voraus. Und in dem Zuge wurde auch gleich noch das Backhaus auf dem hinteren Teil des Geländes gebaut, um auch während der Bauphase die Teile der Museumspädagogik anbieten zu können, die vorher am offenen Kamin im Wagnerhof statt gefunden hatte.

Eine endlose Kette von Baumaßnahmen, die nur durch großzügige Spenden und durch den unermüdlichen Einsatz einiger weniger (meist ehrenamtlicher) Mitarbeiter des Spieker realisiert werden konnte. Die Wiedereröffnung des Spiekerhus fand dann am 26. Juni 2011 statt. Der Rückbau in die historische Form von 1624 war vollbracht und damit auch der größte Teil der umfangreichen Baumaßnahmen auf dem Gelände des Museumsdorfes Volksdorf. Nach dem Umzug der Geschäftsstelle, des Archivs und der Bibliothek in den Wohnteil vom Spiekerhus konnte der letzte geplante Schritt angegangen werden: Der Umbau des Wohnteiles der alten Schmiede. Hier ist derweil "Emmis Krämerladen" eingezogen. Ein Aussteuerzimmer, eingerichtet wie ein historischer Schlafraum, wird demnächst im Obergeschoss eröffnet.

Im Herbst des vergangenen Jahres gesellte sich zum Verein und der Stiftung eine weitere Gesellschaft. Vornehmlich aus steuerlichen Gründen wurde die "Museumsdorf Volksdorf GmbH" gegründet, die zum Beispiel "Emmis Krämerladen" betreibt.

Nach wie vor sind aber Verein und Stiftung auch weiterhin dringend auf Spenden angewiesen, um die vielen Häuser und das Gelände zu unterhalten.


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Vorstandsarbeit beim Spieker - für manche schon fast ein ehrenamtlicher Vollzeitjob

Der "Spieker"-Vorstand 2013: Gerd Blobel, Egbert Läufer, Michael Suhr, Nicolai Hansen, Jürgen Fischer, Wilhelm Schmidt, Holger Braun, Wolfgang Neuwerk. Brigitte Rehren, Sibylle Könnecke, Annett Tudsen, Angela Lehmkuhl (jeweils von links)

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