"Kunst im öffentlichen Raum" in Volksdorf

 Klaus-Peter May

  Ein Beitrag von Renate Goedecke

13. Klaus-Peter May

Die Suche nach der Skulptur
"Tanzende Mädchen"

Die Skulptur "Tanzende Mädchen" von Klaus-Peter May, für die Heinz Zabel in seinem Buch: "Plastische Kunst in Hamburg" die Adresse Claus-Ferck-Str 12 angibt, habe ich nur schwer finden können. Niemand wusste wo sie steht; sie wurde immer wieder verwechselt mit der "Eliza", dem Blumenmädchen vor dem Haus Claus-Ferck-Str. 6.

Die Skulptur "Tanzende Mädchen" steht hinter dem Haus Nr. 12 im Park, direkt auf der Gartenterrasse des Lokals, das heute den Namen "Le Rustique" hat.

Über den Künstler Klaus-Peter May, Jahrgang 1939, fand ich keine Informationen außer seiner Adresse in Hamburg-Meiendorf.

Als ich durch Zufall in Meiendorf in einer Straße im Vorgarten eines gewerblichen Betriebes neben anderen Kunstwerken die Skulptur "Tanzende Mädchen", die ich in Volksdorf gesucht und gefunden hatte, in gut dreifacher Vergrößerung stehen sah, stieg ich aus und stellte fest, dass ich im Bargkoppelweg 76 vor der Werkstatt von Klaus-Peter May stand.


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Heinz Zabel hat 1986 in seinem Buch die Skulptur "Tanzende Mädchen" genannt. Der Künstler Klaus-Peter May hat dies bei meinem Besuch in seiner Werkstatt korrigiert: die Skulptur heißt "Tanzpaar".

Wenn man die Figuren genau anschaut, sieht man, dass es nicht zwei tanzende Mädchen sind, sondern ein tanzendes Paar.

Zur Geschichte der Skulptur
"Tanzpaar" (Tanzende Mädchen)

Ein Blick zurück in Volksdorfs Vergangenheit erzählt auch etwas zur Geschichte des "Tanzpaar".

Schon vor 1900 stand ungefähr an der Stelle, wo heute das Haus Claus-Ferck-Str 12 steht, eine Gastwirtschaft. In den 20ziger Jahren hieß sie "Volksdorfer Park";

1921 übernahm die Familie Weinhardt das Lokal und nannte es "Café Weinhardt".

Viele Jahre war es ein beliebtes Lokal, mit großem Garten und Tanz im Freien.

Die Häuser Claus-Ferck-Str. 4-12, mit Läden und Wohnungen und auch der verglaste, halbrunde Café-Pavillon im Garten an der Rückseite des Hauses Nr. 12 wurden in den Jahren 1952-59 auf dem Grundstück der Familie Weinhardt gebaut.

Die Tochter der Familie Weinhardt, Renate Rolwes (1928-1994), war wie ihre Eltern der Kunst verbunden. Sie liebte Tanz, Musik und Malerei und auch das Wort.
Sie erhielt als Kind Ballettunterricht und von 1943-1946 an der Hamburger Staatsoper eine Tanzausbildung. Nach Verpflichtungen in Darmstadt und Essen kam sie 1971 nach Hamburg-Volksdorf zurück.
Renate Rolwes engagierte sich auch für Kunst in Volksdorf. Sie wohnte in der Claus-Ferck-Str.4-6. Die Hausfront schmückt seit 1982 der "Vogelzug" von Klaus-Peter May.

Renate Rolwes sah bei Klaus-Peter May die Skulptur "Tanzpaar" und bestellte 1984 für den Garten des Café-Pavillons ein "Tanzpaar".
Sie hat noch weitere Kunstwerke in Volksdorf aufstellen lassen; z.B. Arbeiten von Siegfried Assmann. Darüber wird in der nächsten Folge von "Kunstwerke in Volksdorf" berichtet.
Renate Rolwes hat Gedichte geschrieben. Der erste Band: "Ich liebe das Leben" erschien 1986. Siegfried Assmann zeichnete zu einzelnen Texten Illustrationen.

In den Gedichten schrieb Renate Rolwes Gedanken über ihr Leben nieder. Das Schreiben half ihr, Krisen zu bewältigen.
Wenn man etwas mehr erfahren hat über Renate Rolwes und ihre Eltern Weinhardt, versteht man, warum heute ein "Tanzpaar" im ehemaligen Kaffeegarten, im Volksdorfer Zentrum steht.


Der Künstler Klaus–Peter May

Klaus-Peter May wurde 1939 in Naumburg/Saale geboren.

Der Familientradition folgend sollten die drei Söhne der Familie May einen holzverarbeitenden Beruf erlernen.

Ein Sohn lernte Drechsler und übernahm den Familienbetrieb.

Klaus-Peter May entschied sich für die Ausbildung als Holzbildhauer.

Zunächst arbeitete er als Geselle im väterlichen Betrieb.

1959 kam Klaus-Peter May nach Hamburg und setzte von 1962-65 sein Studium als Holzbildhauer an der" Meisterschule für das gestaltende Handwerk" in Flensburg fort.

Als Holzbildhauermeister arbeitete Klaus-Peter May zunächst freiberuflich in Flensburg.

In der Zeit (ca. 1965) entstand die erste Skulptur des "Tanzpaar".

Von 1966-1995 arbeitete er in den Werkstätten der Hamburgischen Staatsoper, in der Abteilung Plastische Arbeiten.

Seit 1995 ist Klaus-Peter May nur noch freiberuflich im eigenen Atelier am Bargkoppelweg 76 in Hamburg Meiendorf tätig.

Dort stehen viele Beispiele seiner Arbeiten bei der Gestaltung von Dekorationen für Theater, Musical oder z.B. der Expo 2000.

Mit Begeisterung erzählte Klaus-Peter May von seiner langjährigen Mitarbeit bei Dekoration und Requisite für die Eutiner Festspiele.

Im Dezember 1983 hat er zusammen mit dem Maler Reinhardt Lau im Museumsdorf in Volksdorf Arbeiten ausgestellt.

Vielleicht entstand der Kontakt von Renate Rolwes zu Klaus-Peter May in der Zeit.

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  Klaus-Peter May
1939-
Tanzpaar
(Tanzende Mädchen)
1984
Claus-Ferck-Straße 12

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Lit.: Renate Rolwes, Ich liebe das Leben
1986, Renate Rolwes Verlag

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