"Kunst im öffentlichen Raum" in Volksdorf

 Richard Kuöhl

  Ein Beitrag von Renate Goedecke

2. Richard Kuöhl

Richard Kuöhl wurde 1880 in Meißen geboren. Nach einer Ausbildung als Kunsttöpfer in Meißen studierte er an der Dresdner Kunstgewerbeschule angewandte Bildhauerei. Hier wurde er schon mit Fritz Schumacher bekannt.


Kuöhl ging noch einmal nach Meißen zurück, wo er in einer bauplastischen Versuchsanstalt maßgeblich an der Entwicklung moderner Methoden der Tonbearbeitung und neuer, wetterbeständiger Glasuren beteiligt war.


1912 holte Fritz Schumacher ihn nach Hamburg. Zu Schumachers Klinkerbauten passte Kuöhls Baukeramik sehr gut.


Kuöhls Arbeiten sind zahlreich über Hamburg verteilt.


Zu seinem 75. Geburtstag 1955 planten Freunde, Kuöhl mit einer Ausstellung seines Gesamtwerkes zu ehren. Kuöhl winkte ab mit den Worten, man müsse nur durch Hamburg gehen, das ist eine große Ausstellung meiner Werke.


Seine Arbeiten schmücken z.B. das Chilehaus, die Davidswache, die Finanzbehörde am Gänsemarkt, viele Schulen, auch Brücken z.B. die Krugkoppelbrücke.


In der ersten Zeit in Hamburg gestaltete er naive, volkstümliche, märchenhafte Figuren. Ich habe keine Fotos als Beispiel. In Volksdorf fand ich eine Figur: Einen Jungen mit Flöte – auf dem Vordach des Hauseingangs Claus-Ferck-Str 1b. Sie könnte von Kuöhl sein.


Später schuf Kuöhl auch Bronzeskulpturen, z.B. den "Jüngling" im Innenhof des Johanneums. Für den Hapag-Lloyd-Pavillon am Jungfernstieg fertigte er eine "Jungmädchengestalt" aus getriebenem Kupfer. Sie durfte -auf dem Dach- nicht so schwer sein. Heute steht sie im Pavillon.


Nach 1933 beteiligt sich Kuöhl erfolgreich an Ausschreibungen der Nationalsozialisten. Er gewann z.B. den Wettbewerb um ein Denkmal für die Gefallenen des "76er Infanterie-Regiments"... nicht zu übersehen ... am Dammtorwall.


Sein "monumentaler Einsatz" für die Nationalsozialisten brachte Kuöhl nach dem Krieg Anfeindungen. Ihm wurde z.B. die Aufnahme in den neu geschaffenen Berufsverband verweigert. In den letzten Jahren arbeitete er vermehrt an Kriegerdenkmälern mit christlichen Motiven.


Kuöhl hatte sich schon 1927 in Uhlenhorst ein großes Atelier-Haus mit Werkstätten bauen lassen, welches 1943 total zerstört wurde. Er zog in sein Landhaus im Kreis Stormarn. Dort arbeitete er bis zu seinem Tode 1961. Ein Grabstein – eine schlanke Muschelkalk- Mariensäule - steht schon seit 1931 auf dem Familiengrab auf dem Ohlsdorfer Friedhof.







Im Jahre 2002 wurden im Dorfmuseum in Hoisdorf auf dem Dachboden Gipsplastiken und Gips/Mutterformen entdeckt. Sie gehören zum Nachlass einer Tochter Kuöhls, die vor vielen Jahren in Hoisdorf gelebt hatte. Diese restaurierten Figuren bilden zusammen mit Kleinplastiken und Keramiken eines privaten Sammlers den Grundstock einer Kuöhl-Schau.

 

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Stormarnsches Dorfmuseum
Sprenger Weg 1, 22955 Hoisdorf
Tel.: 0 41 07 - 45 56, eMail
www.museum-hoisdorf.de

Museumsleiter: Klaus Bustorf
Tel.: 0 41 07 - 44 35

Öffnungszeiten: Di 9-12, Sa 14-17 Uhr
und nach Vereinbarung



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Seit November 2010 ergänzen eine Hasenskulptur aus Holz und ein Springbock aus Bronze als Dauerleihgabe der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn die Schau.








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Neben dem Postillion habe ich noch zwei weitere kleine Kunstwerke von Kuöhl in Volksdorf gefunden.


An der Giebelseite des Hauses Claus-Ferck-Str 12 sind drei große Keramikreliefs angebracht.


An dem Häuserblock Halenreie 2-4, fast verborgen hinter der Apothekenreklame, "spielen" zwei Marder von Kuöhl.


Ich vermute, dass die "Marder" von Kuöhl an diesem Häuserblock etwas zu tun haben könnten mit der Bekanntschaft von Kuöhl und der Familie von Monika Maetzel.


Kuöhl war Mitglied der "Hamburger Sezession". Er kannte die Eltern, Emil und Dorothea Maetzel (Mitbegründer der "Hamburger Sezession"), sicher gut. Monika Maetzel hat 1935 bei Kuöhl ein Praktikum gemacht, bevor sie ein Studium der Keramik an der Landeskunstschule in Hamburg begann.


Nach mehrjähriger Abwesenheit war Monika Maetzel 1946 nach Hamburg zurückgekehrt und eröffnete 1947 im Hause der Eltern, Langenwiesen 15, eine eigene Werkstatt. Im Häuserblock Halenreie 2-4, der um 1950 gebaut wurde, gründete Monika Maetzel 1951 mit drei Künstlerinnen die "Walddörfer Werkstätten" – ein Geschäft für Kunsthandwerk.

 

 

 

Richard Kuöhl, 1880-1961
Postillion, Bronze, 1949
vor dem Postamt- Weiße Rose

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